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HOFHEIMER ZEITUNG / NACHRICHTEN / HOFHEIM
Hofheim 12.04.2013

Der Genuss des kleinen Verbrechens

Verena Gemünden, Miriam Jungels und Koray Yurdana (von links).   Foto: svs

Theater der Generationen spielt „Tatwaffe Eierlikör“

HOFHEIM - (svs) – Eierlikör ist das allgegenwärtige Requisit in den vier kurzen, inhaltlich voneinander getrennten Krimikomödien, die das „Theater der Generationen“ am kommenden Wochenende auf die Bühne bringt. Bissig, komisch, skurril wird in den Szenen der Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau in Szene gesetzt und auch parodistisch, komisch oder bissig überzeichnet dargestellt.
Miriam Jungels ist 25, kommt aus Eppstein und spielt eine Baronin, die von einem Einbrecherpaar bedroht wird. „Hier kann ich dominant, exzentrisch und kontrollsüchtig sein, was ich privat nicht bin“, sagt die Diplom-Pädagogin.

Franz, gespielt von dem 30 jährigen Koray Yurdaner, bricht mit seiner Freundin Biggy bei der Baronin ein und wundert sich darüber, dass seine Freundin und die Baronin sich kennenlernen und tatsächlich Gemeinsamkeiten entdecken. Der in Deutschland geborene Türke ist Mediendesigner und lebt in Wiesbaden. Verena Gemünden ist 26 und spielt Biggy, die Freundin von Franz, die auf eine zweifelhafte Vergangenheit zurückblickt. Die Erzieherin aus Wiesbaden braucht das Theater, um den anstrengenden Alltag hinter sich zu lassen. 

Die in Italien geborene Patricia Pacini spielt eine Dame mit Hut, die im Zugabteil auf einen alleinstehenden Mann trifft und das Spiel beginnt.
Die 50-jährige Kellnerin nimmt den weiten Weg aus Neu-Isenburg auf sich, um in Hofheim Theater zu spielen.

Als Diplom-Psychologin spielt Daniela Wellsandt aus Wiesbaden die Einbrecherin Katharina, die immer auf der Suche nach Edelmetallen ist.

Auch eine 75-Jährige schafft es, sich mit einem Einbrecher anzulegen, die sie um Hab und Gut bringen wollen. Bruni Stratenwerth aus Hofheim ist seit 2006 beim Theater der Generationen und erfüllt sich mit der Schauspielerei einen Kindheitstraum. In ihrer Jugend stand sie schon einmal auf der Bühne. mit der Rolle aus einem Thornton Wilder Stück bestand sie damals die Eignungsprüfung vom Verband deutscher Bühnenangehöriger. Ihr beruflicher Weg führte sie weg vom Theater. Sie arbeitete 20 Jahre in der Jugendhilfe in Wiesbaden und zog zwei Kinder groß. Jetzt spielt sie endlich Theater. Auch spät im Leben können Träume in Erfüllung gehen.

Seit September 2012 ist Henri Weise Regisseur der Gruppe. Vier Jahre hat der 33-Jährige selbst in der Theatergruppe mitgespielt. Der Hofheimer pausierte, um in Bremen ein Theaterpädagogikstudium zu absolvieren. Mit einer Menge mehr Wissen ist er zurückgekehrt und übernimmt nicht nur die Regie, sondern auch die Moderation der Stücke. Die Theatergruppe ist immer auf der Suche nach weiteren Mitspielern ob jung oder älter. Weitere Infos unter Telefon (01 52) 34 26 65 89.

Für die Laiendarsteller ist Theater Leidenschaft, Spielraum in dem sich jeder selbst neu entdecken kann, Ausgleich zum Alltag, ein Selbstversuch, Veränderung oder die Erfüllung eines Jugendtraums. Im „normalen“ Alltags- und Berufsleben hätten sie sich vermutlich nie kennengelernt. Das Theater hat sie zusammengebracht, so wie das Theater der Generationen seit 1990 die verschiedensten Menschen und mehrere Generationen zusammenführt.

„Tatwaffe Eierlikör“ hat am Sonntag, 14. April Premiere und wird um 18 Uhr im Bürgerhaus Hofheim/Marxheim aufgeführt. Weitere Vorstellungen finden am 21. April um 18 Uhr ebenfalls in Marxheim statt. Am 27. April findet die Aufführung im Gemeindesaal der katholischen Kirchengemeinde Peter und Paul um 20 Uhr statt.

 

http://www.hofheimer-zeitung.de/nachrichten/hofheim/der-genuss-des-kleinen-verbrechens_12994088.htm