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HOFHEIM                                                                                                        Main-Taunus - 30.09.2014

Schauspieler erschaffen ihr Stück selbst

Von Beate Rohkohl-Hildenbrand

 

Das Theater der Generationen aus Hofheim bringt „Die aal Bembelbud“ auf die Bühne. Premiere ist am 4. Oktober in Marxheim.

Das Theater der Generationen aus Hofheim hat ein neues Stück einstudiert. Am 4. Oktober wird es zum ersten Mal im Marxheimer Bürgerhaus aufgeführt. Das Besondere daran: „Die aal Bembelbud“ ist eine Komödie, die die Laiendarsteller mit ihrem Regisseur Henri Weise selbst erarbeitet haben. Eine Textvorlage gab es dafür nicht.

Er habe es spannender gefunden, ein eigenes Stück zu entwickeln als wieder eine fertige Vorlage aufzugreifen, sagt Weise. „Auf diese Art können die Beteiligten kreativer sein. Jeder hat sein eigenes Potenzial und der Regisseur leitet, bündelt, koordiniert.“ Bei einem fertigen Stück dagegen hätten die Darsteller den Text im Kopf und vergäßen ihren Körper einzusetzen. „Ich möchte den Kopf abstellen, ihnen Raum geben, selbst etwas zu entwickeln“, sagt Henri Weise.

Improvisation als Basis

Der Prozess der Erarbeitung ähnelt der Vorgehensweise eines Improvisationstheaters. Der Regisseur stellt Begriffe oder auch Gegenstände in den Raum. Die Schauspieler überlegen dann, wohin sie den Gegenstand stellen könnten und welches Adjektiv zu ihm passen würde.

Im nächsten Schritt suchen sie eine Körperstellung, um diese Eigenschaft darzustellen. Stolz könne man beispielsweise mit einer aufrechten Körperhaltung ausdrücken, nennt Henri Weise ein Beispiel. Als Nächstes improvisieren die Darsteller ihre Figuren und suchen einen Schauplatz aus. Weise: „So kamen wir auf die Apfelweinkneipe“.

Auf dieser Basis wurden die ersten Szenen ausprobiert und die Personen festgelegt: die Wirtin, die Kellnerin, die Gäste. Die Frage sei dann gewesen: „Wie endet das Stück? Soll es eine Komödie werden, oder ein Drama oder eine Horrorstory?“, erklärt der Regisseur.

Die Schauspieler rund um Henri Weise dachten sich folgende Geschichte aus: Die bodenständige Wirtin Käthe Klein betreibt die Apfelweinkneipe „Aal Bembelbud“ in der fünften Generation. Als fester Bestandteil des Stadtviertels ist das Lokal Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen. Zwei davon sind die Kellnerin Dolores und der Stammgast Herbert. Durch das Auftauchen des Bauunternehmers Leonhart Bach gerät die heile Apfelweinwelt aus den Fugen.

Das Theater der Generationen existiert seit 16 Jahren und tritt in Hofheim und Umgebung auf. Die Truppe besteht aus Darstellern im Alter zwischen 14 und 77 Jahren, die gemeinsam in ihrer Freizeit Theater spielen.


Aufführungen von „Die aal Bembelbud“ sind am Samstag, 4. Oktober, um 20 Uhr und am Sonntag, 5. Oktober, um 17 Uhr im Bürgerhaus Marxheim. Zwei weitere Aufführungen folgen am Samstag, 8. November, um 20 Uhr und am Sonntag, 9. November, um 17 Uhr in der Kulturscheune Liederbach. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.

http://www.fr-online.de/main-taunus/hofheim-schauspieler-erschaffen-ihr-stueck-selbst,1472862,28578768.html